Auf zu neuen Ufern

Das Jahr 2017 startete mit Veränderungen!
Dabei fing es im Kleinen an; ich ließ mir nach etwa 18 Jahren das erste Mal die Haare kurz schneiden, das Wetter wurde deutlich rauer, ich wechselte meine Gilde (okay, nerdiger Kleinkram) und Luna wurde kastriert. Jetzt erwischt es auch meinen Job.

Gefühlt ist es noch gar nicht so lange her, dass ich einen Beitrag über Jobwechsel verfasst habe. Daran merkt man wie schnell die Zeit verfliegt – das war im Sommer 2013! Doch nun stehen, diesmal allerdings eher nicht ganz so gewollt, erneut berufliche Veränderungen an. Viele werden es über diverse Kanäle mitbekommen / herausgehört haben – am 19.01. erreichte mich ein Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, dass man mich betriebsbedingt leider entlassen müsse. Im ersten Moment durchaus ein kleiner Schock.

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Why Germans Can Say Things No One Else Can

Deutsche Wörter, Worte und Redewendungen – ich liebe sie einfach! Wie Adam Fletcher einst so schön (und sinngemäß) sagte: in keiner anderen Sprache kann man so genau beschreiben, wer was wann mit wem warum getan hat. Regelmäßig freue ich mich über englischsprachige Artikel, die Lobeshymnen, inkl. tollen Beispielen, auf die deutsche Sprache singen. Hach!
Ich empfehle dazu passend auch gleich den Twitter-Kanal @GermanAtPompey, der Account einer englischen Universität, der regelmäßig Perlen der deutschen Sprache und Nachrichtenwelt veröffentlicht. Häufig freue ich mich dann heimlich wie ein kleiner Schneekönig – da kommt wohl der kleine Sprachpatriot in mir durch.

So – und weil ich das aktuelle „#4 Viral Trending“ Video so schön finde, kommt es auf den Blog:

The way to minimalism #1

Seit einigen Tagen / Wochen hat mich die Wut gepackt und ich sortiere mein Leben neu. Das klingt jetzt erstmal brutaler, als es gemeint ist 😀 Weder habe ich den Hund weggeben, noch den Mann verlassen. Was ich damit meine ist, dass ich mich von unliebsamen Dingen verabschiede, die mir in unserem sowieso eher begrenztem Häuschen unnötig Platz wegnehmen. Fehlkäufe, abgelaufene Kosmetik, gut gemeinte (aber nie genutzte) Geschenke, Modeschmuck der einfach „um“ ist, Klamotten die nicht mehr passen, unbenutzte Küchenutensilien … ihr seht, was ich meine.

Vor einigen Tagen habe ich mir ein Bullet Journal angelegt und was soll ich sagen – ich bin seither eindeutig produktiver! Nach über 2 Jahren hängt nun endlich ein echter Lichtschalter im einen Zimmer, eine neue Wohnzimmerleuchte ziert die Decke, usw. – nun war auch mal der Punkt „Badezimmer ausmisten“ fällig. Erfolgreiche Tasks durchstreichen ist auch einfach zu schön. 😉
Nachdem heute meine wunderschöne Hausapotheke ankam, stand dem Ausmisten, sortieren und putzen nichts mehr im Weg.

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Video: Reasons to go vegan

In meinem YouTube-Dashboard wurde mir ein ca. einstündiges Video vorgeschlagen, dessen Titel (zugegeben) etwas reißerisch klingt. Ich dachte, dass da sicher irgendein fanatisches Gerede über vegan als die einzige Wahrheit kommen wird – ich wurde eines Besseren belehrt.
Es entpuppte sich als ein sehr spannender Vortrag von der The Animal Rights Foundation of Florida über unsere Ernährung und ein kritisches Auseinandersetzen mit den Mythen, mit denen man groß wird. Nur ein Beispiel: wir brauchen Milch für starke Knochen. Sicher jeder erinnert sich an den Slogan: Die Milch machts.

Da ich neulich meinen Beitrag Get into vegan verfasst habe, empfinde ich dieses Video als eine sehr schöne Ergänzung, da es auch viel auf gesundheitliche Aspekte eingeht.

Weiterhin habe ich gestern Earthlings gesehen – und mehr als eine Träne dabei vergossen. Wer das noch nicht kennt, dem empfehle ich, auch hier einmal reinzusehen.

 

Peaceful Cuisine

Auf YouTube stieß ich zufällig auf einen neuen Koch-Kanal, der Liebe auf den ersten Blick war.

  1. Mag ich Essen.
  2. Mag ich kunstvolle Videos.
  3. Mag ich ASMR-Videos.
  4. Mag ich vegane Rezepte!

Er trägt den idyllischen Namen „Peaceful Cuisine“ und bietet alle vier oben genannten Punkte auf einmal. Wer also Hunger kriegen oder entspannen will oder nur auf der Suche nach Futter-Inspiration ist, schaut das hier. Wirklich. ♥

Der junge Mann, Ryoya Takashima, hat auch Videos online, wie er sich seine Küche zusammengeschreinert hat und ich bin sehr, sehr neidisch!

Solltet ihr noch mehr solcher Channels kennen, bitte ab in die Kommentare damit 😉

Get into vegan!

Aller Anfang ist schwer.

So ging es mir zumindest. Ich habe lange, sehr lange, darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre, ganz auf Fleisch zu verzichten. Das meiste schmeckte mir eh nicht, weder Steak noch Gulasch, Innereien erst recht nicht. Außerdem – die Tiere und so, die tun einem ja schon leid, immerhin ist man ja riesiger Tierfreund. Massentierhaltung ist ja auch blöd, eigentlich soll man ja eh nicht so viel Fleisch essen, … aber was bestellt man dann im Restaurant? Für 10 € kriegt man entweder einen lieblosen Salat oder ein dickes Schnitzel mit Pommes.
Mit solch (eher fadenscheinigen) Argumenten, habe ich mich lange vom Fleischverzicht ferngehalten. Erst, als zwei enge Freunde von mir, auf den vegetarischen Zug aufsprangen und ich sah, wie einfach es bei ihnen funktioniert, beschloss ich, dass es für mich nun auch endlich an der Zeit ist. Fleischlos war erst ungewohnt, aber einfach. Und gut!

Fleischlos ist doch aber noch nicht vegan!

Richtig. Nach und nach stellte ich dann fest, dass nicht alles, was fleischlos ist, auch vegetarisch ist. Lab-haltiger Käse ist es nicht. Gummibärchen sind es nicht. Fruchtsäfte sind es oft nicht. Honig ist es auch nur so geradesohalbwegs. Also – noch mehr vom Ernährungsplan streichen. Innerlich seufzen – kann man überhaupt noch was essen? Continue reading

Friday Favourites #2

Willkommen in der nächsten Runde Friday Favourites!

Diese Woche fällt das ganze eher mau aus, denn die Woche ging meeega schnell um und gefühlt kam ich auch zu nicht viel. Während wir am Wochenende noch fleißig waren und die morsche Terrasse ausgebaut haben, war ich unter der Woche faul und ziemlich früh im Bett um mir die „neusten“ Folgen Orphan Black anzuschauen. Ansonsten war ich mit Kleinkram hier, kochen da, ’n Ründchen zocken, usw. beschäftigt – und zack ist so ’ne Woche auch schon um. 🙁

Zudem gab es in den Medien ja gefühlt nur ein Thema: Böhmermann. Und nachdem Merkel ihm heute knallhart in den Rücken gekracht ist, wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben.

 

Serienempfehlung

Wo wir gerade dabei sind: Einer meiner absoluten Alltime-Favourites! Die Serie Orphan Black. Da nächste Woche die 4. Staffel rauskommt, nahm ich das als Anlass, endlich mal die 3. zu gucken. Ich frage mich, wieso ich damit so lange gewartet hab! Das Schauspieltalent von Tatiana Maslany, die übrigens sogar Deutsch spricht, ist einfach umwerfend und ich verliebe mich jede Folge neu in sie & ihre Rollen. Dazu ist die Serie megaspannend und rundum sehenswert. Wer es noch nicht kennt & auf der Suche nach neuem Serienmaterial ist, dem kann ich Orphan Black nur wärmstens empfehlen.

Der Lacher der Woche

Ich bin ein mega Fan von Rosanna Pansino, die mich mit ihrer niedlichen Art immer wieder verzückt. Noch dazu mag ich Backen und Kuchen und nerdigen Stuff – also der perfekte Kanal für mich. Gestern stieß ich dann zufällig auf die Not my Arms Challenge und habe ungelogen Tränen gelacht. Aber gut, mein Humor ist auch nicht sonderlich anspruchsvoll.

Gebacken

Eigentlich backe ich ja für mein Leben gerne, was aber stark nachgelassen hat, da mein Kerl & ich beide nicht so die Naschkatzen sind und Kuchen o. Ä. sonst einfach nur blöd rumsteht. Aber – diese Woche gab es Heidesand (war mir völlig unbekannt …), kleine Mürbeplätzchen in vegan. Da ich das Original nicht kenne, kann ich keine Vergleiche ziehen, aber das, was da aus dem Ofen kam, ist super lecker. ♥

zum Rezept

Heidesand

Tja. Das wars auch diese Woche schon, was vielleicht auch ganz okay ist, damit sich niemand durch endlos lange Beiträge wühlen muss 😀

Friday Favourites #1

Es wird ruhig hier auf dem Blog. Das liegt wahrscheinlich primär daran, dass ich am liebsten Kochrezepte verblogge – die nun aber auf meinen Kochblog Can I have it? umgezogen sind. Jetzt, wo sich Waffeln und Kohlrouladen auf „der anderen Seite“ tummeln, dünnt es hier eben deutlich aus.

Um dem entgegenzuwirken, habe ich beschlossen, einmal die Woche meine gesammelten Lieblinge der Woche zu verbloggen. Produkte, die mir besonders gut gefallen haben, Rezepte, die besonders lecker waren, Videos, die einem ein wtf?! ins Gesicht zaubern, gute Musik, schöne Zeitungsartikel, süße Katzenfotos, … ihr wisst schon. Sowas eben. 🙂

 

Für gute Laune

Es mag komplett bescheuert sein, aber ich hab ungelogen Tränen gelacht. Ich hab keine Ahnung, wer auf einen solchen Unsinn kommt, aber es erheiterte meinen Tag enorm.

Weiterhin sehr unterhaltsam: Die Seite boehmer-wohnen.de, eine Parodie auf Til Schweigers barefootliving.de
Die Artikel-Beschreibungen sind großes Kino:

Dieser Reiselocher verbindet alles, was ich am Leben mag: Reisen und Lochen. Egal wo du bist, ob in den höchsten Gebirgen der Welt oder auf dem großen, weiten Meer: der Locher lässt dich nicht im Stich. Er locht zuverlässig und beständig. Er ist wasserdicht und für verschiedene Papiergrößen einstellbar, von manchen habe ich nicht mal gehört, so viele kann man da einstellen. Irre. Besorge dir hier deinen treuen, lochenden Begleiter.

Das Wow der Woche

Erik Johansson, Fotograf & Digital Artist, hat mal wieder mit einem wunderschönen Foto überrascht.

Links: Erik Johansson | Facebook | Instagram

Dazu gibt es auch ein wunderschönes Making-Of-Video, das ich eigentlich fast noch sehenswerter Finde, als das fertige Ergebnis selbst. Gute Arbeit, Herr Johansson!

 

Das Wtf?!

Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich mich zwar auch vegan ernähre, aber definitiv nicht so abgedreht bin. :‘)

Das neuste Lieblingsprodukt

Endlich! Weißer Nagellack, der länger als einen Tag hält! Wer mich kennt, weiß, dass ich weißen Nagellack (vor allem im Sommer) liebe. Leider ist es völlig egal ob man billigen Lack von essence oder teuren von Essie nimmt, es braucht mindestens zwei oder drei Schichten, einige Stunden zum Trocknen, meistens haut man sich trotzdem Datscher rein und nach spätestens zwei Tagen fängt die Scheiße an zu bröseln, reißen oder abzuplatzen.
Damit ist jetzt Ende! Ha! 😀

Ich hab mich das erste Mal an Shellac getraut & mir Base- und Topcoat, sowie Weiß gekauft. Der Lack ist dank UV-Licht in 2 min komplett ausgehärtet und damit sind die Zeiten des endlosen nichts-anfassen-können-weil-frisch-lackiert hoffentlich vorbei. Angeblich hält der Lack bis zu 3 Wochen, na ich bin gespannt.
Edit 10.04.: vier Tage sind bereits vergangen und soeben haben wir in gemeinschaftlicher Arbeit und mit bloßen Händen die Terrasse im Garten herausgerissen & ins Auto verfrachtet.
Es hält und hält! Nach wie vor keine Kratzer, Schrammen oder Platzer. ♥

Gefällt euch die Auswahl? Habt ihr Videos / Bilder, die gut in die Sammlung passen? Ich freue mich über Feedback! 🙂

 

 

„Warte, bis du eigene hast!“

Wenn ich für jedes Mal, wenn ich diesen Satz zu hören bekomme, einen Euro bekäme, könnte ich mir sicher inzwischen ein Traumhaus am Strand leisten. Naja, oder zumindest einen Holzschuppen in Horumersiel.

Es geht natürlich um Kinder.

Diese niedlichen, zuckersüßen kleinen Mini-Menschen, die stets mit dreckigen Fingern, verschmierten Mündern und bescheuerten Fragen in Petto parat stehen, um dir mit schrillem Geschrei bei bis zu über 100 Dezibel auf den Nerv zu gehen. Zumindest geht es mir so, ich kann mit Kindern einfach nichts anfangen. Ich mag sie nicht, weder eigene, erst recht keine fremden, ich möchte sie nicht um mich haben und ich meide Orte mit erhöhtem Kinderaufkommen. Scheinbar ist diese Sicht der Dinge aber völlig inakzeptabel, denn sonst würden nicht regelmäßig Menschen anfangen, mit mir darüber zu diskutieren.

Losgetreten wurde die Diskussion auf twitter, das wohl ungeeignetste Medium, um sachliche Unterhaltungen zu führen und fundierte Argumente und Begründungen hervorzubringen, denn wie will man sich mit 140 Zeichen ordentlich ausdrücken? Aber wir lernen’s ja auch nicht.

The Barn in Berlin sorgte 2012 schon für Aufsehen, als sie einen „Anti-Kinderwagen-Poller“ vorm Eingang aufstellten. Nun ziehen sie offenbar nach und haben auch ein Still-Verbot erteilt, allerdings finde ich dazu keine seriöse Quelle wie inzwischen auch SZ berichtet.

Nachtrag: „Spanke jedoch findet: Eine Mutter sollte nicht sechs Monate ans Haus gefesselt sein, wenn sie sich entscheidet, ihrem Baby die Brust zu geben.“ 
Was ein Glück findet das Leben einer jeden Mutter ausschließlich an zwei Orten statt. Zuhause und im The Barn.

Die Begründung, dass es einen „gehobenen Laden“ handelt, finde ich zwar etwas daneben, aber die Entscheidung „No Kids“ muss man in meinen Augen respektieren. Dazu gibt es nun mal das Hausrecht und ich verstehe nicht, weshalb aufgebrachte Muttis (und Papis) nun mit Petitionen wedeln, statt einfach ein anderes Café zu besuchen.

Wenn ein Wirt eine Raucherkneipe eröffnet, geht kein Nichtraucher rein und meckert über den Qualm.
Wenn ein Wirt eine Jazz-Bar eröffnet, geht kein Metalfan hin und beschwert sich über die jaulige Musik.
Wenn ein Wirt ein „Erwachsene-only“-Café eröffnet, gehen Muttis aber offensichtlich sehr wohl hin und schreien „Diskriminierung!“.

Es gab da ein schönes Interview mit einem Düsseldorfer Wirt, der einen Bereich seines Biergartens für Kinder (und Hunde) abgesperrt hat. Die Begründung ist absolut nachvollziehbar und plausibel und ich frage mich wirklich, was sich manche Eltern dabei denken, wenn ihre Kinder ungebremst den ganzen Laden auf links drehen. Scheinbar nicht viel.
Ich habe es schon live erlebt, was es heißt, wenn der Nachbartisch fünf Kinder dabei hat, die nach dem Pommes essen keine Lust mehr auf Rumsitzen haben. Es ist laut, überall rennen Kinder rum, es wird sich um Spielzeug geprügelt, es wird geschrien, da fliegt die Apfelsaftschorle vom Tisch und ich zolle dem Ladeninhaber bis heute noch höchsten Respekt, dass er keinen Wutanfall bekommen und die Bande rausgeschmissen hat. Denn die Eltern überhörten den Zirkus einfach, während die restlichen Leute hastig ihr Essen runterschlungen, um dort schnellstmöglich wieder zu verschwinden. Jeder Wirt, der ein kinderfreies Lokal betreiben möchte, hat mein absolutes Verständnis.

Ich ließ also auf twitter verlauten, dass ich die Leute nicht verstehen kann, die sich über ein „Kinderverbot“ echauffieren, man braucht ja nicht hingehen. Und ich erwähnte auch, dass es Leute wie mich gibt, die ein solches Verbot gut finden, denn da weiß ich, dass ich meine Ruhe hab.

Natürlich ging sofort die Diskussion darum los, dass ich das ja nur so sehe, solange es fremde Kinder sind. Wenn es eigene Kinder sind, dann sähe man das anders.
Tja nun, ich habe aber keine eigenen Kinder. Ich möchte an diesem Zustand auch nichts ändern.
„So dachte ich früher auch, aber als es dann da war, war es das beste, was mir je passiert ist!“

„Warte, bis du eigene hast! Dann sprechen wir noch mal!“

Himmelhergottnocheins. Bitte liebe Leute. Lernt – und lernt zu RESPEKTIEREN -, dass es Menschen gibt, die das nicht so sehen und dass manche Menschen durchaus ihr Glück / ihre Erfüllung in anderen Dingen finden, als in Nachwuchs aus eigener Produktion. Was ich dann immer so makaber finde, sind die Leute, die es nicht für voll nehmen, wenn ich sage, dass ich vierbeinige, fellige, nassschnäuzige Kinder habe. Natürlich sehe ich meine Tiere nicht als Kinder oder Kinderersatz an, ich habe sie aber deutlich lieber als Kinder bei mir. Ich spiele mit ihnen, erziehe sie, ich gebe ihnen zu essen, fahre mit ihnen zum Arzt, tröste sie wenn sie Angst haben, passe auf sie auf, weise sie auch mal in die Schranken und freue mich tierisch (höhö.), wenn der „Nachwuchs“ erfolgreich was gelernt hat und sich der Hund bei einem „Peng!“ theatralisch auf den Boden wirft und mit den Beinchen in der Luft wedelt. Sooo viel Unterschied zu einem Kind ist da gar nicht. Außer, dass dieser Nachwuchs deutlich schneller stubenrein ist, weniger Widerworte gibt, nicht rumschreit, sich nachts nicht aus dem Haus schleicht und sich deutlich mehr freut, wenn man nach nur fünf Minuten beim Kiosk wieder heimkommt.

Mir wurde in der Diskussion auf twitter darum gesagt, dass Kinder & Haustiere ja allein deshalb schon nicht das gleiche seien, weil ich mich für meinen Hund niemals vor ein Auto werfen würde. Für (m)ein Kind schon.
Eh, hallo? Natürlich würde ich mich für meinen Hund vors Auto werfen! Es ist meine verdammte (selbstauferlegte) Pflicht, mich um dieses eher wehrlose Geschöpf zu kümmern und es zu beschützen. Ob ich denn für mein Kind meinen Hund vors Auto werfen würde? Natürlich nicht, wtf??! Ob ich denn für meinen Freund den Hund vors Auto werfen würde?
… abgesehen davon, dass die Fragen immer abstruser werden, natürlich auch das nicht! Der ist nämlich schon groß, kennt die potentielle Gefahr, die von fahrenden Autos ausgeht und kann auf sich selbst aufpassen. Die tollpatschige Fellnase eher weniger. Kinder übrigens auch nicht. Und diesen gewaltsamen Hunde-Kinder-Vergleich hab ich immer noch nicht kapiert.

Versteht mich nicht falsch, jeder, der sich Kinder wünscht, der soll auch welche bekommen können, ohne Angst vor finanziellen Problemen oder sonstwas haben zu müssen. Ich bin für längere bezahlte Elternzeit und mehr Unterstützung von Familien durch den Staat, für mehr KiTa-Plätze und für flexiblere Arbeitszeitmodelle für Eltern. Ich gönne jedem sein Kinderglück, von mir aus auch gern mehrfach, das muss jeder ganz für sich entscheiden.

Aber genauso sollte sich doch jeder ganz für sich dagegen entscheiden dürfen, ohne direkt zugeschwallt zu werden, dass man das größte Glück der Welt verpasst. Verpasse ich nicht. Nein, wirklich nicht. Neihein. Nix aber. Hör auf. Danke!
Und nachdem wir nun geklärt haben, dass es Leute gibt, die sich, warum auch immer, gegen Kinder entscheiden, können wir nun auch akzeptieren, dass manche Menschen nicht nur keine eigenen, sondern generell keine Kinder um sich haben wollen, wobei das nicht zwangsweise zusammen auftritt. Manche Menschen lieben Kinder, wollen aber in Ruhe arbeiten können. Zum Beispiel ein Wirt, der den eher schniekeren Gästen eine entspannte und ruhige Atmosphäre zum Kaffee genießen anbieten will.

Wenn jemand sagt, er mag keine Hunde, geht niemand her und antwortet „Kauf dir einfach einen! Wart erstmal ab! Du wirst sehen, wenn es der eigene ist, ist es etwas ganz anderes!“.
Wenn jemand in seinem Lokal keine Hunde haben will, startet niemand eine Petition dagegen. Entweder lässt man den Hund zuhause, oder man geht halt woanders hin.

Immer wieder hörte ich das Argument, Anti-Kids sei diskriminierend, dann dürfe man mit der Argumentation auch Ausländer, Schwiegermütter, Dicke, Schwule, Schwarze und Wasweißichwas ausschließen. Zum einen geht es bei Kindern nicht um die Optik, sondern um das Verhalten. Abgesehen davon: Ja, darf man. Wie eine Bar beweist, die Flüchtlingen den Zutritt pauschal verweigert (auch wenn ich deren tweet echt eklig finde).
Kinderverbot sei halt „Ausdruck einer Gesellschaft, die keinen Bock auf Kinder hat„. Oder aber Ausdruck von Menschen, denen die antiautoritär-verweichlichten Special Snowflakes ohne Grenzen einfach aufn Zeiger gehen …?
Apropos – Hunde pauschal auszuschließen, ist auch diskriminierend! Denn mein Hund bellt nicht, beißt nicht und kackt auch nicht drin. Die legt sich untern Tisch und freut sich, dass sie dabei sein darf. So einen gequirlten Scheiß würd ich aber niemals laut von mir geben.

Resümee:
Wenn jemand in seinem Laden/ Leben XY nicht haben will, dann ist das halt so.
Handel. Damit.

Und als krönender Abschluss noch zwei Comics von Erzählmirnix, deren Einstellungen zum Leben ziemlich deckungsgleich zu den meinigen Sind.

How to: Seitan

In letzter Zeit werde ich immer häufiger nach einem wundersamem Zeug gefragt: Seitan.
Da die meisten Leute weder Ahnung haben, was das ist, geschweige denn, wie man es richtig zubereitet (denn das Zeug ist ’ne kleine Zicke!), gibt es heute von mir einen kleinen Seitan-Guide! 🙂
Ich experimentiere nun schon eine ganze Weile mit unterschiedlichen Mischungen und Zubereitungsformen, folgend lest ihr also meinen „da geht nix schief mit“-Guide.
Alle Produkte verlinke ich direkt auf die passenden Shops oder am Ende.

 

Was ist das?

Seitan ist reines Weizengluten. Es ist also rein pflanzlich und damit für die vegane Ernährung geeignet und richtig zubereitet erinnern Konsistenz, Farbe und Geschmack sehr an Fleisch.
Bonus: es enthält 75 g Protein auf 100 g!
Das klingt, vor allem für Sportler und Veganer, erstmal zu gut um wahr zu sein. Leider fand ich zur Wertigkeit dieses Proteins unterschiedliche Angaben. Laut einer Quelle erreicht Seitan einen PDCAAS-Wert von 0.25, zum Vergleich: Eier und Sojaprotein erreichen einen Wert von 1, was das Maximum ist. Ein Wert von 1 bedeutet, dass eine Proteineinheit nach der Verdauung des Nahrungsproteins 100 % der essentiellen Aminosäuren liefert. Laut einer anderen Quelle kann der Körper sogar aus Eiweiß mit 0-Wert noch 25% Protein ziehen.
Ich bin nun also auch nicht schlauer als vorher, aber im Zweifel sind mir 75 g „minderwertige“ Proteine immer noch lieber als 75 g Industriezucker. 😉

 

Gewinnung

Seitan erhält man, indem man Weizenmehl auswäscht. Aus Wasser und Mehl wird ein Teig zubereitet, der solange ausgewaschen wird, bis nur noch das Gluten übrig bleibt. Dann kann man es nach Belieben würzen, marinieren oder sonstwie weiterverarbeiten. Wem das alles viel zu aufwändig ist, mir zum Beispiel, der kann Seitan als Fix in Pulverform kaufen. Bei uns führt das sogar der nächste Supermarkt, ansonsten kann man es z.B. hier online bestellen.

 

Zubereitung

Seitanbasis

Kommen wir zum spannenden Part: die Zubereitung. Denn auf den Fix-Verpackungen steht bloß: „zu gleichen Teilen mit Wasser mischen“ und das ist zwar nicht falsch, aber dann hat man einen widerlichen Gummiball, mit dem man alles tun will, aber ihn sicher nicht essen. Die „richtige“ Zubereitung variiert ein wenig, je nachdem, was man daraus machen möchte.

Basis:
Für 2 Personen mische ich 120 g Seitan-Fix mit 2 EL Hefeflocken, 1 EL Knoblauchgranulat, ½ EL Zwiebelgranulat, 1 TL Salz, ½ TL Pfeffer, 1 EL Gewürzmischung mit einem Löffel gut durch und gebe ca. 150 ml Wasser hinzu und verrühre es gut zu einem gummiartigen Teigklumpen.

Gewürze & Add-Ons:
Je nachdem, was aus dem Seitan werden soll, kommen unterschiedliche Gewürzmischungen zum Einsatz. Für Gyros ein Gyroswürzer, für Schnitzel ein einfacher Geflügelwürzer, für Frikadellen Hackfleischwürzer, usw… wer es nicht so genau nimmt, kann sich auch einfach durch verschiedene Mischungen durchprobieren, bspw. Garam Masala, Chinawürzer, Pul Biber, etc. und schauen, welche Mischung ihm zu was am besten schmeckt.
Was sich auch sehr gut macht, wenn der Seitan einen fleischigen Umami-Geschmack haben soll, ist Rauchsalz oder ein Schuss Liquid Smoke. In Schnitzel und Wurst kommt noch 1 TL Vegemite (Hefeextrakt), in Frikadellen Tomatenmark und Senf. Auch Sojasauce kommt zum Einsatz. Experimentiert ruhig ein wenig, aber auf jeden Fall sollte man den Seitan lieber zu stark als zu seicht würzen.

 

Ruhen & Dämpfen

Der fertig vermischte Seitan kommt in ein Frühstückstütchen, zuknoten und ab in den Kühlschrank. Ich drücke ihn meist in der Tüte noch ein wenig in Form, sodass er relativ flach und rechteckig ist. Dann sollte der Seitan eine Weile ziehen. Mindestens zwei Stunden, gerne aber auch über Nacht, so nimmt er das Aroma der Gewürze am besten an. Wenn es schnell gehen muss, kann man diesen Schritt aber auch überspringen und direkt zum nächsten Schritt übergehen.

Für einen Großteil der Gerichte kommt nun der wichtige Part: dämpfen!
Seitan ist Kleber, also ist es nicht verwunderlich, dass er eine Gummi-Konsistenz hat. Widerlich. Die treibt man ihm aus, indem man ihn für etwa 30 Minuten in den Dampfarer packt. Ich dämpfe ihn von beiden Seiten je 15 min. Kein Dampfgarer zur Hand? Kochen geht auch – dazu den Seitan im Beutel auf mittlerer Hitze für 30 min in Wasser kochen. Dabei sollte man aber eine Erhöhung auf den Grund des Topfes stellen, nicht, dass die Tüte mit dem Topf verschmilzt.

Für Ausnahme-Gerichte wie Schnitzel oder Frikadellen: braten!
Der Seitan wird in Form gebracht (Schnitzel mit dem Nudelholz ausrollen, Frikadellen formen, …), ggf. paniert und nun langsam und mit geringer Hitze gebraten, bis die Kruste dunkel ist. Das sollte schon seine 25 – 30 min dauern, womit das gleiche wie durch’s Garen erreicht wird: die Gummi-Konsistenz verschwindet.
Experiment von heute: Schnitzel formen, fest in Alufolie verpacken und 5 min vordämpfen, damit sie ihre Form besser behalten. Ich berichte, ob der Versuch was taugt.
Nachtrag: funktioniert viel besser! 

 

Weiterverarbeiten

Der Seitan-Block sollte nun bereit und verzehrfertig sein. Frikadellen können „einfach so“ genascht werden, Für Gyros bspw. dünne Scheiben abhobeln und in reichlich Öl mit frischen Zwiebelwürfeln und Knoblauch scharf und knusprig braten. Für Filetspitzen filetförmige Stücke abschneiden, in etwas Öl braten, ablöschen und Sauce darüber zubereiten. Rezepte finden sich zuhauf im Internet.

 

Das wars schon! Okay, aus „kurze Anleitung“ wurde doch ein relativ langer Beitrag, aber ich hoffe, er hilft zu verstehen, auf was es ankommt. Künftig könnt ihr so mit fremden Rezepten vielleicht auch mehr anfangen 😉
Also: gut & viel würzen, ruhen lassen, dampfen gegen Gummi, auskühlen lassen, weiterverarbeiten.

 

Übrigens veröffentliche ich inzwischen all meine Rezepte nicht mehr hier, sondern auf meinem „digitalen Kochbuch“, das ich nun via Tablet in der Küche immer offen habe. Vielleicht ist für den ein oder anderen ja ein Rezept dabei 🙂

Can I have it?

 

PS: Seitan bestelle ich meist direkt im 1 kg Beutel und fülle ihn dann um. Meist kaufe ich auch direkt 5 kg, denn es verbraucht sich doch sehr schnell, wenn man viel experimentiert. Dank Seitan habe ich heute nun auch meinen ersten 1 kg Sack Knoblauch und Zwiebelpulver bestellt. Gewürzmischungen bestelle ich hier (wenn ich eh vegan shoppe) oder hier (wenn es ausgefallen, aber günstig sein soll) oder kaufe sie, genau wie Tomatenmark im 500 g Glas und Petersilie büschelweise, im türkischen Supermarkt vor Ort günstig. Vegemite habe ich mir aus Australien mitbringen lassen, da mir die Gläser auf Amazon & Co zu teuer waren, deshalb kann ich leider nichts online empfehlen.